Kindertagespflegemodell wird erweitert – EVIM Bildung als neuer Kooperationspartner

(evim) Für die Betreuung von unter 3-jährigen besteht in Wiesbaden ein hoher Bedarf. Die Plätze in Kindertagesstätten reichen trotz aller Bemühungen nicht aus, um den Rechtsanspruch auf die Betreuung für alle Kinder sicherzustellen. Das Kindertagespflegemodell Kinderbrücke stellt eine professionelle Alternative dar und soll daher ausgebaut werden. EVIM Bildung hat sich als neuer Träger seit Juli 2020 als Kooperationspartner dem Modell angeschlossen. Eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

Aktuell gibt es in Wiesbaden 3.200 Betreuungsplätze für unter 3-jährige, davon werden zehn Prozent in Tagespflege betreut. Mit EVIM als Partner sollen in den nächsten Monaten drei weitere Gruppen mit jeweils vier bis fünf Tagespflegepersonen entstehen und damit weitere 45 Betreuungsplätze im Tagespflegemodell Kinderbrücke geschaffen werden. „Die Kinderbrücke ist ein sehr erfolgreiches Modell und ein elementarer Bestandteil in der Kinderbetreuung der unter 3-jährigen“, betonten Sozialdezernent Christoph Manjura und Gabriele Bootz von der Fachstelle Kindertagespflege im Amt für Soziale Arbeit anlässlich der Projektvorstellung in Wiesbaden. Eine Besonderheit bei diesem Modell: Tagespflegepersonen betreuen maximal drei statt fünf Kinder in ihrem familiären Umfeld, um im Vertretungsfall und bei eigener Erkrankung die Betreuung der Kinder zuverlässig zu gewährleisten. Vorteile bieten zudem die enge Vernetzung und der Austausch der Tagespflegepersonen untereinander und der vielfältige Zugewinn an Fachlichkeit durch die enge Anbindung an freie Träger im Kontext ihrer Betreuungsformen wie die Möglichkeit zur Hospitation im Kitabereich, besonders während der Ausbildung. 

Um den Übergang der Jüngsten in den Elementarbereich bestmöglich zu gestalten, werden zum Beispiel neben einer monatlichen praxisbegleitenden Qualifizierung auch professionelle Unterstützung und Begleitung durch eine Fachkraft angeboten. Zudem finden „Schnuppertage“ und wöchentliche Spielkreise mehrerer Tagespflegegruppen statt, die so den Kindern behutsam erste Erfahrungen im Lern- und Sozialverhalten in größerer Gemeinschaft ermöglichen. Das Campus Kinderhaus mit „einem der schönsten Außengelände in Wiesbaden“, wie Manjura hervorhob, bietet für die Kinderbrücke nicht nur in dieser Hinsicht einen Zugewinn. Der Wunsch des Trägers, gemeinsam mit der Stadt Wiesbaden die frühkindliche Bildung und Erziehung weiterentwickeln zu wollen, findet hier in den vielseitigen Betreuungsangeboten eine ideale Umsetzung. Für die Kinderbrücke erschließen sich damit weitere Lernorte und zusätzliche Angebote für individuelle Lernerlebnisse. Manjura: „Die Fachlichkeit eines erfahrenen und wachsenden Trägers wie EVIM an der Seite zu haben, ist für uns eine wertvolle Ergänzung im Team der Kinderbrücke mit dem Kinderschutzbund und dem Kinderhaus - seit August 2018 städtischer Träger - in Wiesbaden. Das stärkt die Stabilität des Angebotes weiter.“  Geschäftsführer Gerhard Kopplow würdigte das Modellprojekt Kinderbrücke als ein „Segen für alle, die keinen Krippenplatz haben und dringend auf eine Betreuung angewiesen sind.“ Außerdem böten nach seinen Worten die dezentralen Tagespflegegruppen einen Standortvorteil für die Eltern. Der mitunter weite Anfahrtsweg zur Kita kann durch eine Tagespflegegruppe in der Nähe verkürzt werden. Er lobte das Tagespflegemodell für die Betreuung der unter 3-jährigen als eine „hervorragende Ergänzung zur Kindertagesstätte“. 

Thomas Schulze, langjähriger Leiter am Campus Kinderhaus und jetzt als Fachberater in der EVIM Bildung auch für die Kinderbrücke Ansprechpartner, weiß, dass nicht wenige Eltern das Tagespflegemodell noch nicht kennen. Hier bestehe Informationsbedarf auch im Hinblick auf die geplante Schaffung der neuen Tagespflegegruppen. Daher gehen die Kooperationspartner in den nächsten Monaten intensiv in die Werbung, um Anfang nächsten Jahres einen Qualifizierungskurs mit zunächst etwa 15 bis 20 Personen zu starten. Neben der geplanten Außenwerbung auf Bussen und Postern wird Jana Grosch im Auftrag der Kinderbrücke Kontakte knüpfen und das Projekt vorstellen wie jüngst beim Volksbildungswerk Klarenthal, „einem der ganz wichtigen Akteure vor Ort“, wie Manjura betonte. Gerhard Kopplow verwies auch auf das Potenzial, das EVIM als Träger an Kontakten mitbringt, angefangen bei den Mitarbeitenden bis hin zu den Eltern der Kinder aller Altersstufen, die die vielfältigen Angebote von EVIM nutzen. 

Ausdrücklich wies der Sozialdezernent darauf hin, dass die Tagespflege kein „Billigmodell“ sei, sondern in Qualität und Professionalität ein gleichrangiges Angebot zu einer Betreuung in einer Kindertagesstätte. Nicht zuletzt auf Grund fehlender Flächen für den Bau neuer Kinderbetreuungseinrichtungen in der Innenstadt gehe man bewusst kreative Wege wie den Ausbau des Modellprojektes Kinderbrücke, um Betreuungsplätze für die Jüngsten zu schaffen.    

Veranstaltungstipp: Am Campus Klarenthal findet am  17. September ab 19 Uhr eine Informationsveranstaltung  der Kinderbrücke für Interessenten an einer Tagespflegestelle statt, die Tageskinder innerhalb ihres familiären Umfeldes betreuen wollen. Eine Anmeldung bis 10. September ist erforderlich unter: kinderbruecke@evim.de

Foto (EVIM): Kooperationspartner für eine professionelle Kindertagespflege: Gerhard Kopplow, Thomas Schulze, Jana Grosch, Gabriele Bootz und Christoph Manjura