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10 Jahre Malzcafé im Herzen von Hochheim

Das Seniorenzentrum Hochheim ist wirklich ein „Zentrum“: In der Mitte der Stadt gelegen, ist es tatsächlich ein „Zentrum“ auch für den Ort. Tritt man aus der Tür, ist man mittendrin zwischen Läden, Bürgerbüro, Restaurants und mitten im Leben. Da bietet es sich förmlich an, ein Café zu eröffnen und es auch für die Bürger Hochheims zugänglich zu machen. Denn auch bei vielen Menschen gibt es noch Berührungsängste, was „Altersheime“ betrifft: Wie mag es dort zugehen? Wie leben die Menschen dort?  

Wer das „Malzcafé“ besucht, das das Hochheimer Seniorenzentrum nun bereits zehn Jahre lang betreibt, weiß Bescheid: Fröhliche Runden am Stammtisch, Musik, leckerer Kuchen, duftender Kaffee, Aktivitäten wie Singen und Malen – langweilig und abgeschieden ist es hier nicht, ganz im Gegenteil. Modenschauen und Vernissagen finden statt, Weinproben und Vorträge – und auch die ganz normale Tasse Kaffee samt Kuchen lässt sich hier genießen. Dreimal in der Woche hat das Malzcafé geöffnet, und mehrmals pro Jahr gibt es sogar ein opulentes Marktfrühstück. Das ist eine echte Win-Win-Situation für die Bewohner der Einrichtung und die Bürger der Stadt und war am 15. September daher auch ein echter Grund zum Feiern. Bürgermeister Dirk Westedt ließ es sich selbst an dem eigenen Geburtstag nicht nehmen, zum Jubiläum vorbeizuschauen. 

Flohmarkt für einen guten Zweck

„Meine Vorgängerin Petra Hund hat sich mit dem Malzcafé sicher einen Traum erfüllt“, sagte die derzeitige Einrichtungsleiterin Sibel Linz, die im Sommer die Leitung der Einrichtung übernommen hat. „Ich freue mich, dass wir ihn weiterführen dürfen. Alle Mitarbeiter, die hier beteiligt waren und sind, haben das Malzcafé mitgeprägt und mit Liebe begleitet.“ Bewirtung und Unterhaltung werden zum großen Teil von Ehrenamtlichen übernommen, die sich zur Jubiläumsfeier nochmal extra ins Zeug gelegt hatten: Ein Flohmarkt war aufgebaut, dessen Erlös dazu dienen sollte, liturgische Gegenstände für Hausgottesdienste anzuschaffen, eine Bastelecke, eine Popcornmaschine – und Annette Hansch, die regelmäßig mit ihrer Zither den Gesang der Senioren begleitet, war natürlich ebenfalls erschienen und machte fröhliche Musik. Später hatte sich noch ein Leierkastenmann angesagt und auch die knallrote Fahrrad-Rikscha kam zum Einsatz. 

Offene Angebote

„Das Malzcafé ist eine Oase zum Ausruhen und Kraft tanken – ein Ort, an dem man gerne verweilt“, sagte Sibel Linz. Schaut man sich in dem gemütlich mit Nostalgiemöbeln eingerichteten, großzügigen Raum um, stimmt man dem sofort zu. Hier verweilen aber nicht nur Kaffee- und Kuchengenießer, sondern an den Tagen, an denen das Café nicht für die Allgemeinheit geöffnet ist, auch noch ganz andere Gruppen: Die „Aus-Zeit“ ist ein Betreuungsangebot für Menschen mit Demenz, die außerhalb des Seniorenzentrums leben – eine Entlastung für pflegende Angehörige. Sie findet zweimal in der Woche statt. Kunstpädagoge Oliver Schultz ist mit einer Malgruppe zur „Farbzeit“ aktiv: Er leitet die Bewohner behutsam zum Schaffen schöner Kunstwerke mit Stift, Pinsel und Farbe an. Mehrere Ausstellungen sind daraus bereits entstanden.  

Surfen im InterNETT

Ein weiteres Angebot, bei dem Seniorenzentrum und die Stadt gedeihlich zusammenarbeiten, ist das „InterNETT-Café“. Mehrere Computerplätze befinden sich in einem separaten Raum und laden zum Surfen im Netz ein. Ehrenamtliche betreuen dieses Angebot, das für alle offen ist. „Hier sind auch schon Flüchtlinge gewesen, die das Angebot dankbar nutzen“, sagte die Einrichtungsleiterin. Aber auch die für moderne Technik aufgeschlossenen Hausbewohner lassen sich hier zeigen, was man im Internet alles finden kann. Und im Erdgeschoss der Einrichtung gibt es noch weitere räumliche Möglichkeiten für die verschiedensten Aktivitäten: Besuch von Kita-Kindern zum gemeinsamen Singen zum Beispiel, Gottesdienste, Gymnastik und viele andere Dinge, die den Alltag auflockern. 

von Anja Baumgart-Pietsch