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Bienen, Monster und Erlebnispark - intensivpädagogische Freizeiten als Gewinn

Sommerferien – endlich schulfrei und ab in den Urlaub! Für viele Familien gehörte Reisen mit dazu. Doch nicht alle Eltern können ihren Kindern dies ermöglichen. Daher ist das jährliche Angebot einer intensivpädagogischen Freizeit in der Tagesgruppe am Dürerplatz immer wieder etwas ganz Besonderes, das die Kinder schon monatelang voller Vorfreude erwarten.

Sommerferien  – endlich schulfrei und ab in den Urlaub!  Für viele Familien gehörte Reisen mit dazu. Doch nicht alle Eltern können ihren Kindern dies ermöglichen. Daher ist das jährliche Angebot einer intensivpädagogischen Freizeit in der Tagesgruppe am Dürerplatz immer wieder  etwas ganz Besonderes, das die Kinder schon monatelang voller Vorfreude erwarten.

Bei der Auswahl des Urlaubsortes knüpfen die Mitarbeiter/innen bewusst an den Erlebnis- und Erfahrungshintergrund der Familien an. Ein Selbstversorgerhaus in Nordhessen bietet optimale Bedingungen, gibt den Betreuten ein Gefühl von Sicherheit und trägt spürbar dazu bei, das ‚Wir-Gefühl‘ in der Gruppe zu stärken. Anfang Juli war es endlich soweit: 10 Kinder in Begleitung von drei Pädagoginnen des Stammteams, einer Jahrespraktikantin und einer Erzieherin in Teilzeitausbildung machen sich auf den Weg ins schöne Niestetal. Am Abfahrtstag sind alle pünktlich da, niemand muss abgeholt werden, keinem muss hinterher telefoniert werden, alle haben den Impfpass gefunden, kein Kind wird krank gemeldet, weil es oder die Eltern vielleicht mit dem Heimweh nicht klarkommen. In die Aufbruchsstimmung mit Sichtung sämtlicher Kuscheltiere und technischem Equipment wie Gameboy und  PlayStation, mischt sich zunehmend Nervosität. Und am Ortsausgangsschild von Wiesbaden taucht erstmals die Frage auf: ‚Wann sind wir endlich da?‘
Zwei Stunden später ist es soweit. Jeder packt jetzt mit an, das Gepäck ins Urlaubsdomizil  zu tragen. Alle versammeln sich im Aufenthaltsraum und besprechen den Tagesablauf. Regeln für die Woche werden gemeinsam festgelegt. Die „erfahrenen Freizeitler“ weihen die Neuen gerne in die üblichen Abläufe, Rituale, Strukturen  und Regeln in Freizeiten ein. Verhandelt wird zum Beispiel auch, wie lange Gameboy & Co benutzt werden dürfen. Dabei stellt das Erwachsenenteam fest, dass es großzügiger ist, als die Kinder es sind. Das gibt Bonuspunkte für die Pädagogen.  ‚Sternchen‘ hingegen gibt es allabendlich als Belohnung für die Kinder, die ihre Aufgaben beim Tischdienst, einkaufen, kochen und Lunchpakete vorbereiten prima erfüllt haben – ein Ritual, das Neue und ‚alte Hasen‘ in der Gruppe ganz besonders gerne mögen. 

Das Programm ist bunt gefächert. Besucht werden das Dornröschenschloss Sababurg und der Tierpark. Ein Highlight ist auch der Erlebnispark, der mit seinen Angeboten genau zu den Bedürfnissen der Kinder passt. Im ‚Lebendigen Bienenmuseum‘ kommen die Kinder dem Wunder der Natur ganz nah und Mut gehört dazu, eine Biene sogar einmal zu streicheln. Der Ausflug in den Kasseler Bergpark Wilhelmshöhe wird aus einem nicht ‚geplanten‘ Grund zum besonderen Erlebnis, denn unzählige andere Gäste wollen die herrlichen Wasserspiele auch besuchen. Die Mädchen und Jungen halten ganz tapfer durch, obwohl die meisten die Menschenmassen kaum aushalten können. Hier zeigt sich, wie die Strukturen der Tagesgruppe die Kinder stärken. Lustig ist die Rückfahrt nach dem Besuch des Naturkundemuseums mit Monsterausstellung: Heuballen werden in der Fantasie zu XXXL-MarshMallows und Holzstämme erscheinen als Riesenlakritz.

Natürlich ist - wie auf allen ‚normalen‘ Urlaubsreisen auch - mal eine Träne zu trocknen oder aufgeschürfte Beine zu verarzten. Nachts trösten die Erwachsenen manchmal schreiende Kinder, die von ihrem Alptraum offensichtlich gar nichts mitbekommen haben, dafür aber alle anderen. Oder sie finden verständnisvolle Worte für Heimwehattacken aller Art. Acht Tage vergehen wie im Flug. Das Abschlussritual ist ein liebgewonnener und unverzichtbarer Höhepunkt - ein Abend voller Aufmerksamkeit, Wertschätzung und Applaus, bevor es wieder auf die Heimreise geht. 

Zum  Film- und Bildernachmittag werden die Eltern mit eingeladen. Nicht selten entdecken sie ihre Kinder im neuen Licht. „Im Zeitalter von Wirksamkeit, Effizienz, Kennziffern und Störungsbildern bleibt manchmal die Bedeutung von Gruppenpädagogik auf der Strecke. Zusammen Neues entdecken, auch an sich selbst und anderen, mit den „Macken“ der Anderen umgehen zu lernen und sie auszuhalten, sind immens wichtige Erfahrungen in Freizeiten. Gemeinsam eine schöne Zeit erleben und gestalten stärkt das Gefühl des Zusammenhalts ungemein“, resümiert Monika Jäger, die das Team der Tagesgruppe leitet und seit 18 Jahren Freizeiten begleitet.