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„We have a dream“ – Vorbilder motivieren Theatergruppe ZEITLOS zu neuem Bühnenstück

Für ihre neue Performance hat sich die Theatergruppe ZEITLOS diesmal auf die Suche nach Vorbildern begeben, jenen Menschen, die zu ihren Überzeugungen stehen und die sich durch Widerstände nicht aufhalten lassen. Entstanden sind daraus szenische Collagen unter dem Titel „We have a dream“, die am 21. September auf der thalhaus-Bühne in Wiesbaden aufgeführt werden.

Neun theaterbegeisterte Menschen treffen sich montagnachmittags zur Probe im Wohnpflegehaus in Wiesbaden. Fast alle sind bühnenerfahren, aber auch neue Gesichter sind mit dabei. In den vergangenen sechs Monaten haben sie sich mit dem Leben der Geschwister Scholl und des amerikanischen Bürgerrechtlers Martin Luther King vertraut gemacht. Die Akteure haben gemeinsam Filme angeschaut und besprochen. Und sie haben ihre persönlichen Gedanken zu den Kernthemen Freiheit und Gerechtigkeit aufgeschrieben. All das fließt in das neue Stück -  in Tanz, Bewegung, Musik und Sprache -  ein. Die Proben leitet das bewährte Team Katharina Weil und Desiree Schwarz.

Diszipliniert und mit großer Ernsthaftigkeit sind sie alle bei der Sache. Das neue Stück ist nicht nur inhaltlich und choreografisch anspruchsvoll, sondern erfordert auch stimmliche Präsenz in vielen Szenen. Wie in jener Szene, in der alle Akteure in Bewegung sind und versuchen, miteinander in Kontakt zu kommen und sich mit ihrem Satz Gehör zu verschaffen. Erst kraftvoll, dann allmählich langsamer werdend in der Enttäuschung, dass niemand ihnen zuhören will. Das klappt an diesem Montag im Juli bereits ganz hervorragend. „Fast alle Texte haben die Akteure selbst geschrieben“, sagt Tanztherapeutin Katharina Weil. Mit dabei sind natürlich auch Passagen aus der berühmten Rede von Martin Luther King oder aus Briefen von Sophie Scholl. Beeindruckt hat alle, wie diese berühmten Vorbilder für ihre Überzeugungen gekämpft haben, ungeachtet aller Gefahr für Leib und Leben. Diese Hoffnung und diesen Mut übertragen die Akteure in szenische Dialoge und versuchen darüber, Antworten für unsere Zeit zu finden. „Ist es gut sich aufzulehnen? - Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen!“ Die Akteure der Gruppe ZEITLOS machen das auf vielfache Weise deutlich. Sie stellen aus ihrer Sicht den aktuellen Bezug zu unserer heutigen Zeit her. Sie wollen Mut machen mit ihren Texten, ihrer Theaterarbeit, die auch Symbol dafür ist, sich persönlichen Herausforderungen zu stellen, Widerstände zu überwinden und daran zu wachsen. Wenn Wenzel Friebe den Satz „Ich will“ ins Publikum spricht, ist dies mehr als stimmlicher Ausdruck. Mal stemmt er sich dabei mit den Händen auf den Armlehnen seines Rollstuhls ab, mal mit den Ellenbogen und ballt die Fäuste. Schließlich nimmt er beide Zeigefinger nach vorn und appelliert damit an die Zuschauer, sich von seinem Mut im besten Sinne des Wortes anstecken zu lassen. Vorbildlich ist somit auch das Engagement der Gruppe ZEITLOS, sich erneut den drängenden Fragen der Zeit zu stellen und in einer weiteren spannenden Theaterproduktion Position zu beziehen.

Die Aufführung der Theatergruppe ZEITLOS der EVIM Behindertenhilfe findet statt am 21. September um 20 Uhr im thalhaus Wiesbaden, Nerotal 18. Kartenvorverkauf unter Tel.: 0611-1851267 oder über die Website: www.thalhaus.de

Vorverkauf: 11,00 €
Vorverkauf ermäßigt: 6,00 €
Abendkasse: 13,00 €
Abendkasse ermäßigt: 8,00 €

Foto (EVIM): Proben für das neue Theaterstück "I have a dream" - Gruppe ZEITLOS