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Dem Hund ein Keks – den Mitarbeitern ein Erfolgserlebnis

Langsam und vorsichtig füllt Günther Krapp die Kekse in einen Behälter auf einer Waage. Ein gelbes Licht leuchtet. Plötzlich wechselt die Farbe auf Grün. Das ist das Zeichen für Herrn Krapp, dass er die richtige Menge eingefüllt hat. Er gibt den Behälter weiter an Philippa Biehal, die die Kekse mit Hilfe eines Trichters vorsichtig in eine kleine Tüte schüttet und diese mit einem Clip verschließt. Die Kekse sind für Hunde gebacken, und Frau Biehal und Herr Krapp gehören zu der kleinen Mannschaft der Tagesförderstätte der Hattersheimer Werkstatt Schlocker-Stiftung, die sie seit kurzem an einem wöchentlichen „Backtag“ Hundekekse herstellt.

Langsam und vorsichtig füllt Günther Krapp die Kekse in einen Behälter auf einer Waage. Ein gelbes Licht leuchtet. Plötzlich wechselt die Farbe auf Grün. Das ist das Zeichen für Herrn Krapp, dass er die richtige Menge eingefüllt hat. Er gibt den Behälter weiter an Philippa Biehal, die die Kekse mit Hilfe eines Trichters vorsichtig in eine kleine Tüte schüttet und diese mit einem Clip verschließt. Die Kekse sind für Hunde gebacken, und Frau Biehal und Herr Krapp gehören zu der kleinen Mannschaft der Tagesförderstätte der Hattersheimer Werkstatt Schlocker-Stiftung, die sie seit kurzem an einem wöchentlichen „Backtag“ Hundekekse herstellt.

In der Tagesförderstätte bietet EVIM zahlreichen Menschen mit Beeinträchtigungen Unterstützung und Begleitung in ihrer Entwicklung. Es sind Menschen, die nicht oder noch nicht im Produktionsbereich der Werkstätten arbeiten können. Die Tagesförderstätte schafft Struktur und Beschäftigung für sie – und auch Erfolgserlebnisse, die ihnen gut tun, wie die Arbeit am neuen Projekt „Dem Hund sein Keks“. Unter diesem Label vertreibt EVIM ab sofort einen handgefertigten, schmackhaften und originellen Hundesnack, der von der „Keksgruppe“ der Tagesförderstätte unter Leitung des Heilerziehungspflegers Alexander Plackties hergestellt wird. Von ihm stammt auch die Idee.

Teig kneten als sinnliches Erlebnis

Plackties, selbst Hundebesitzer, hatte schon immer gerne Leckerlis für seine französische Bulldogge „Merkur“ gebacken. „Einen Teig kneten und Zutaten mischen, Plätzchen formen, einpacken  - das ist auch für die Leute hier immer ein schönes Erlebnis“, weiß er. So wurde die Idee geboren, Hundekekse herzustellen. Nach ausgiebigen Testläufen war man vom Produkt überzeugt, das es nun in vier unterschiedlichen Varianten gibt: „Apfelbäckchen“, „Möhrenleckerchen“, „Minzdrops“ und „Dinkelstangen“ sind im Angebot. Die 225 Gramm-Packung wird zunächst in der EVIM-Bäckerei der Schlocker-Stiftung verkauft. Den Preis hat man bei 3,50 Euro angesetzt. Geplant ist die Ausweitung des Vertriebs, sagt Renate Pfautsch, Geschäftsführerin der EVIM Gemeinnützigen Behindertenhilfe. „Wir haben in der Werkstatt auch Möglichkeiten, größere Stückzahlen herzustellen“. Denn klar ist, dass die Klienten der Tagesförderstätte nur in ihrem eigenen Tempo arbeiten können. Und auch nicht alle Besucher der Förderstätte können am Backprojekt mitmachen. „Ich habe mir einige Klienten gezielt ausgewählt“, sagt Alexander Plackties. Denn wenn man mit den Produkten an die Öffentlichkeit geht, sind unterschiedlichste Vorschriften zu beachten. „Wir sind jetzt registrierter Tierfuttermittelproduzent“, sagt Peter Griebel, Leiter der Werkstatt Schlocker-Stiftung. Dazu gehört neben der sorgsamen Zusammenstellung der Zutaten und lebensmittelchemischen Analyse der Rezepturen natürlich auch die Beachtung der einschlägigen Hygienevorschriften.

Die Kekse schmecken sogar Menschen

Qualitätssicherung ist das A und O bei der Produktion von „Dem Hund sein Keks“. Die Zutaten sind gesund und natürlich: Distelöl und Dinkel-Vollkornmehl, Honig, Haferflocken und Leinsamen, getrocknete Kräuter, Möhren, Apfel, Milch. „Das können Sie sogar selbst essen“, lächelt Renate Pfautsch und probiert ein „Möhrenleckerchen“: Es ist natürlich nicht mit Salz und Pfeffer gewürzt, damit es den Vierbeinern bekommt, außerdem ist die Härte ans starke Hundegebiss angepasst, die Kekse werden sehr lange gebacken. Aber die Zutaten sind auch für Menschen verträglich. Ein Projekt, bei dem alle Mitwirkenden profitieren: Die Klienten der Tagesförderstätte haben das gute Gefühl, ein tolles Produkt herzustellen, sie bekommen  dabei nicht nur Küchenpraxis, sondern auch motorische Anregung, Sinneserfahrungen durch Berührung, den Duft des Gebäcks und auch den Geschmack, sie lernen, im Team zu arbeiten, erfahren Wertschätzung und haben bei ihrer Arbeit Spaß. Die Werkstatt Schlocker-Stiftung kann ihrem breiten Portfolio an Beschäftigungsmöglichkeiten für Menschen mit Beeinträchtigung ein neues, originelles Angebot hinzufügen. Und die vierbeinigen „Testesser“ vom „Hund sein Keks“ sind sowieso begeistert von den kreativen Leckerlis, die den Vergleich mit Produkten aus dem Tierfuttermarkt problemlos bestehen. Im Neubau der Tagesförderstätte wird für solche und andere kreative Projekte übrigens eine noch größere Küche zur Verfügung stehen.

Bestellung: schlocker-hundekekse@evim.de, Vorortverkauf in Bäckerei und Gärtnerei, Dürerstraße 25, 65795 Hattersheim

Foto (EVIM/O. Hebel): Für die richtige Menge in der Tüte sorgt Günter Krapp, der die Tagesförderstätte der EVIM Werkstatt Schlocker-Stiftung besucht.