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Be welcome! Paten und Flüchtlinge feiern großes Sommerfest

Während sich in der öffentlichen Diskussion die erhitzten Stimmen förmlich überschlagen, funktioniert die Kommunikation von Mensch zu Mensch so viel einfacher: So zu beobachten beim “Be Welcome”- Sommerfest, das EVIM für seine Flüchtlingspaten-Teams auf dem Geisberg organisiert hatte. Rund 100 Gäste hatten sich angemeldet: Wiesbadener und Neubürger aus Syrien, Afghanistan, Somalia, die gemeinsam den Alltag meistern.

Im November 2015 hatte EVIM mit finanzieller Unterstützung des Programms “Menschen stärken Menschen” des Bundesfamilienministeriums das Projekt gestartet. Sehr viele Bürger meldeten sich und wollten die Patenschaft für eine geflüchtete Person übernehmen. Aus Deutschkursen rekrutierten sich die Teilnehmer und wurden in ausführlichen beiderseitigen “Bewerbungsgesprächen” zu Tandems zusammengestellt. Drei bis vier Stunden Zeit pro Woche einzubringen, ist erwünscht.

Viele engagieren sich   

Viele machen aber mehr: So wie Inge Naumann-Götting zum Beispiel, Patin von Hamza und Feraz aus Syrien. Die beiden “unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge” wohnten im Toni-Sender-Haus und die pensionierte Lehrerin Naumann-Götting gab ihnen dort Deutschunterricht, begleitete sie bei Behördengängen und half nun auch, ihren Umzug in eine eigene Wohnung zu organisieren. Längst kennt sie die Verwandtschaft der beiden Jungs, die später nachkam – und auch bei syrischen Freunden hat es sich herumgesprochen, dass man mit Inge Naumann-Götting reden kann, die sich auskennt und gut zuhören kann. “Ich habe hier auch andere Paten kennen gelernt, die in der Nähe wohnen”, sagt die Biebricherin, die bereits Erfahrung damit hat, geflüchteten Menschen zu helfen: Als der Bosnienkrieg tobte, nahmen sie und ihr Ehemann ein älteres Ehepaar aus dem Kriegsland auf. Vier Monate lebten sie unter einem Dach. Jetzt habe sich so eine Situation wieder gestellt, sagt Inge Naumann-Götting. “Mittlerweile haben wir kein Haus mehr, sondern eine Wohnung, also nicht genug Platz, um jemanden bei uns einziehen zu lassen. Da war das Patenprogramm von EVIM eine ideale Lösung.”    

Eine Halskette für Inge   

Und während sie erzählt, kommt Sabri an den Tisch, ein 25jähriger Syrer. Er hat bei einem der Aktiv-Angebote, die EVIM beim Sommerfest den Gästen macht, eine bunte Halskette aus Perlen aufgefädelt. Die legt er Inge Naumann-Götting um den Hals. Auch Sabri hat von der Hilfe der Wiesbadenerin schon profitiert. Solche Paten seien ein Segen, sagt Karin Falkenstein von EVIM, die das Projekt koordiniert. “Wir können immer noch mehr Menschen gebrauchen, die sich als Paten zur Verfügung stellen. Auch Spenden sind willkommen, denn einzelne, kleinere Dinge können wir in so einem flexiblen, niedrigschwelligen Programm davon gut finanzieren.” Denn die Einzelhilfe sei für viele eine sehr notwendige Sache, um sich in Deutschland zurechtzufinden – sprachlich, organisatorisch, aber auch psychologisch. Auf eine gute Betreuung achtet die Hilfsorganisation, denn man will die Tandems nicht alleine lassen und auch untereinander vernetzen sowie mit anderen Organisationen wie dem Antoniusheim oder dem Sozialdienst Katholischer Frauen, bei denen es ebenfalls Patenprojekte gibt.
Anja Baumgart-Pietsch, Foto: Paul Müller

Ansprechpartnerin ist Pirko Krämer, Projektleiterin Be welcome - EVIM Patenprojekt für Geflüchtete , T 0611 97559998, Mail: be-welcome@evim.de
Veranstaltungsort: Jonas-Schmidt-Str. 2, 65193 Wiesbaden

EVIM Freiwilliges Engagement

Die Abteilung Freiwilliges Engagement bei EVIM betreut etwa 530 Ehrenamtliche in den Arbeitsfeldern des Vereins. Sie begleiten überwiegend ältere Menschen und Menschen mit Beeinträchtigungen. Zudem sind über 180 junge Menschen im Rahmen eines FSJ/BFD in den Einrichtungen des Trägers und in externen Einsatzstellen im sozialen oder kulturellen Bereich oder im Gesundheits- und Bildungswesen in Wiesbaden und in der Region tätig. Zusätzlich wird ein spezielles FSJ in der Altenhilfe für junge Menschen, die sich für eine Ausbildung in dem Bereich interessieren angeboten (derzeit 11 Teilnehmer/innen). Außerdem besteht die Möglichkeit für ein FSJ im Ausland, in Ocotal/Nikaragua und in Rumänien.