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Soziales Engagement über Grenzen hinweg - Freiwilligendienst in Rumänien geplant

Mit der Anerkennung als Entsendeorganisation besteht auch für Freiwillige des Evangelischen Vereins für Innere Mission in Nassau (EVIM) erstmals die Chance, einen einjährigen Freiwilligendienst in Rumänien zu absolvieren. „Die Beziehungen zu unseren Partnern in Siebenbürgen haben sich in den vergangenen zwei Jahren fruchtbar entwickelt“, so Dr. Karin Falkenstein, die die Abteilung Freiwilliges Engagement bei EVIM leitet.

Eine Info-Tour an deutschsprachigen Schulen und Kirchengemeinden rund um Brasov und Sibiu sowie in Ungarn machte den Verein und seine Angebote bekannt und führte dazu, dass drei junge Freiwillige aus Osteuropa im vergangenen Jahr zwölf Monate in Einrichtungen der Behindertenhilfe und der Altenhilfe in Wiesbaden tätig waren. 
Auf Grund der überaus positiven Begegnungen in Rumänien entstand die Idee, deutsche Freiwillige auch dorthin zu entsenden. „Innovative, deutschsprachige Partner und spannende Projekte in Siebenbürgen sind ideale Rahmenbedingungen, dass junge Menschen das Land und seine Leute im direkten Kontakt kennen lernen und sich sozial engagieren können“, so Falkenstein. 

Workcamp im Frühjahr

Bevor im September die ersten sechs Freiwilligen aus Deutschland für ein Jahr in Brasov und Sibiu ihren Dienst  beginnen, fahren 20 FSJ-lerinnen und FSJ-ler  vom 27. April bis zum 3. Mai nach Hammersdorf
ganz in der Nähe von Sibiu. Dort veranstalten EVIM und die dortige Kirchengemeinde ein Workcamp, um die sanierungsbedürftige Kirchenburg in einen Ort der Jugend- und Bildungsarbeit umzugestalten. „Wir helfen mit, die Außenanlagen zu sanieren, planen aber auch einen ‚Spieletag‘ für Kinder, die vorwiegend auf der Straße leben“, so Alexander Arnold, der bei EVIM seit über zwei Jahren das neue Angebot maßgeblich entwickelt hat und auch das Workcamp begleiten wird. Das Workcamp findet im Rahmen der sogenannten Bildungstage statt, die Bestandteil der Freiwilligendienste sind. 

Sarah Leis ist eine der Teilnehmerinnen, die sich auf den einwöchigen Einsatz vorbereiten. Die 19-Jährige absolviert seit September ein Freiwilliges Soziales Jahr in einer Einrichtung der Jugendhilfe des Trägers in Wiesbaden.  Die junge Frau, die seit ihrem 13. Lebensjahr ehrenamtlich Kinder betreut, freut sich auf die Kontakte und Erfahrungen in Rumänien. Ihr Berufswunsch, Erzieherin zu werden, hat sich durch die Erfahrungen als FSJ-lerin in der Jugendwohngruppe gefestigt. Der gleichaltrige Sorin Schuster hingegen, stammt aus Brasov und betreut seit September im Ludwig-Eibach-Haus ältere Menschen im Pflegeheim. Er ist einer von drei jungen Osteuropäern, die derzeit als Freiwillige in EVIM Einrichtungen für Menschen mit Handicaps und Senioren da sind. Alle drei wohnen in einer WG in Wiesbaden, die EVIM für hier tätige ausländische Freiwillige angemietet hat. Der junge Mann, der sehr gut deutsch spricht, kommt offensichtlich gut mit dieser Aufgabe zurecht. Lachend berichtet er von einer Seniorin, die immer ganz glücklich ist, von ihm das Frühstück serviert zu bekommen. Außerdem begleitet er die betagten Bewohner zu Veranstaltungen, bei Spielerunden oder der Seniorengymnastik. Obwohl er natürlich auch manchmal Heimweh hat, gefällt es ihm in Wiesbaden. „Die Menschen sind hier oftmals netter als zu Hause“, so Schuster. Mit seinem Berufswunsch bleibt er der Arbeit mit Menschen treu, wenn auch auf anderem Gebiet: Er möchte später Polizist werden.

Interessenten für den Freiwilligendienst in Rumänien gesucht

Mit Blick auf den Start des Freiwilligendienstes im Ausland ist das Team um Karin Falkenstein auf Bewerber für den Einsatz in Rumänien gespannt. Gesucht werden junge Menschen, die volljährig sind und den Schulabschluss vorweisen können. „Wichtig ist, dass Interessenten sich auf eine andere Kultur und andere Lebensbedingungen einlassen können und Interesse am Leben und Arbeiten in Gemeinschaft haben“, so Falkenstein. Die Freiwilligen werden zum Teil in einer angemieteten Wohnung aber vorrangig in Gastfamilien untergebracht. Erwartet wird zudem, dass ein Spenderkreis aufgebaut wird, dessen Spendengelder dem Projekt in Rumänien zukommen.  „Damit wollen wir vor allem erreichen, dass die Bewerber sich intensiv mit ihrem Einsatz befassen und sich darauf vorbereiten“, so Arnold. Kosten für Unterkunft und Verpflegung übernehmen die deutschsprachigen Kirchengemeinden in Rumänien. EVIM trägt die Kosten für Hin- und Rückreise. Ein Taschengeld in Höhe von 100 Euro wird gezahlt.

Einige Bewerbungen liegen bereits vor, aber weitere Interessenten sind jederzeit willkommen, betont Falkenstein. Der Kontakt ist: EVIM Freiwilligendienste, Tel.: 0611 172 170 11, Mail: freiwillig@evim.de oder www.evim-freiwillig.de oder Facebook: EVIMFreiwilligendienste
Ab 5. März sind die EVIM Freiwilligendienste am neuen Standort am Kaiser-Friedrich-Ring 88 zu finden.

Foto: (vl.n.r.) Alexander Arnold, Sarah Leis und Sorin Schuster setzen sich über Grenzen hinweg für soziales Engagement ein