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„Die Schöpfung“ gemeinsam proben – drei intensive Wochen

„Löwe, Tiger, Hirsch – Reihenfolge und in Position!“ Die erste gemeinsame Probe der EVIM Gruppen ist eng getaktet. Der Choreograph motiviert die etwa 50 Tänzerinnen und Tänzer, lobt, korrigiert, ermutigt. Zeit bleibt aber auch für ein Späßchen, was die Mitwirkenden auf der improvisierten Bühne einer Turnhalle auf dem Geisberg gestern natürlich honorierten. Noch sind es reichlich drei Wochen bis zur Premiere in Frankfurt, sechs große Proben stehen vor den Akteuren, „das ist ein richtig großes Projekt“, wie nicht nur die Akteure meinen.

Das Bass-Rezitativ ertönt aus dem Lautsprecher, in Haydns ‚Schöpfung‘ öffnet sich der Erde Schoß. Miguel Angel Zermeño, der Choreograph, oder kurz ‚Miguel‘ von allen genannt, gibt dazu die Regieanweisungen: „Jetzt ist es dunkel.“ – Die Musik wechselt nach Dur: „Licht an – und Auftritt Löwe!“  Prima, das hat geklappt! André Hulverscheid, der kurz darauf als Tiger sprintet, freut sich über das anerkennende ‚Jawoll, gut so!“. Viele aus der Hattersheimer Probengruppe sind ‚Schlocker-Tigers‘  und haben als Tänzerinnen und Tänzer mehrjährige Bühnenerfahrung. Anspruchsvoll sind auch die Choreographien für die Gruppen aus der Reha-Werkstatt und dem Wohnpflegehaus. Die Akteure stellen die Planeten dar, ziehen als Himmelskörper komplizierte Bahnen. Konzentriert übertragen sie die eigenen Bewegungsabläufe und die der Gruppe als Ganzes in Tanz. Miguel Zermeño läuft mit, korrigiert bei dem einen oder anderen die Haltung, um Ausdruck und Anmut zu verbessern. Aktiv machen die Tänzer Vorschläge, um sich leichter zurechtzufinden im Kreisen am Firmament. „Macht Euch keine Sorgen, alles wird sehr gut“, motiviert der aus Mexiko stammende Profitänzer und Tanzpädagoge. Auch die Rollifahrer kennen nach vielen Probenterminen sicher ihren Part, finden zueinander so, wie es der Choreographie entspricht.
 
Erstmals proben die Akteure auch die Applausordnung. Das Verbeugen, der Abschied von der Bühne und das Wiederkommen wollen ebenso gut einstudiert sein, wie alle anderen Szenen aus der „Schöpfung“. Richtig spannend wird es noch einmal, wenn die Schülerinnen und Schüler aus Frankfurt hinzukommen und dann wirklich alle der fast 200 Tänzerinnen und Tänzer auf der Bühne stehen. Und die eindrucksvolle Musik live ertönt: mit dem Jungen Sinfonieorchester Berlin, mit den Sängerinnen und Sänger der Oper Frankfurt und dem Bachchor Bad Homburg. Bis dahin heißt es - nicht nur wie zu dieser ersten gemeinsamen Probe -„Weitertanzen Mädels!!“

Das Projekt wurde initiiert und durchgeführt von der LORENZ Stiftung in Zusammenarbeit mit EVIM. Der hessische Ministerpräsident Volker Bouffier hat die Schirmherrschaft übernommen.

Die Aufführungen finden statt am 8. Juli 2015 im Sendesaal des Hessischen Rundfunks und am 13. Oktober 2015 im Kurhaus Wiesbaden (Thiersch-Saal). 

Mehr Infos zum Projekt: www.gemeinsam-neu-erleben.de und www.evim-behindertenhilfe.de