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EVIM Altenhilfe: Softwaregestütztes Pflegemanagement flächendeckend umgesetzt

Die Pflegebranche steht heute vor großen Herausforderungen: Ein Markt mit steigender Nachfrage sieht sich mit stetig zunehmenden Dokumentationspflichten und einem fremdbestimmten Personalmangel konfrontiert. Pflegebereiche kämpfen hart um gut qualifiziertes Personal und gegen hohe Fluktuationen. Auf diesem Hintergrund entlastet eine gute Softwarelösung den Pflegealltag: Sie unterstützt das Personal bei der aufwendigen Pflegedokumentation und hilft um so mehr, Zeit für die eigentliche Arbeit mit den pflegebedürftigen Menschen zu gewinnen.

Die EVIM Altenhilfe ist in diesem Bereich ein großes Stück voran gekommen. Ende August wurde die Einführung des softwaregestützten Pflegemanagements  SENSO® abgeschlossen; die damit arbeitenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in allen Einrichtungen wurden und werden auch weiterhin intensiv geschult. Verantwortlich im Auftrag der Geschäftsführung waren Andrea Kristionat, Referentin für Pflege und Projektleiterin für Pflegedokumentation sowie Jörg Steffen, Referent für Verwaltung und EDV. In einem Kurzinterview erläutern sie die Grundzüge einer hochkomplexen Anwendung.

Welche Ansprüche erfüllt SENSO®?
J. Steffen
: Diese Software bietet uns die Möglichkeit, komplexe Zusammenhänge in einer übersichtlichen Struktur darzustellen. Über das System werden unsere Verwaltungsprozesse, wie zum Beispiel die Abrechnung mit Kostenträgern, die Personaleinsatzplanung und Zeiterfassung sowie die komplette Pflegeplanung und –dokumentation dargestellt. Das einheitliche System ermöglicht allen aktuell etwa 950 Nutzern einen stets einheitlichen Wissensstand in Bezug auf die Belange der Bewohnerinnen und Bewohnern. Damit sind wir bestens aufgestellt, Verwaltungsprozesse zu optimieren und rasch auf Veränderungen zu reagieren.

Worin liegen dessen Stärken?
J. Steffen:
Eine Stärke ist sicherlich, dass wir die gesamte Altenhilfe übergreifend abbilden können. Ein Beispiel: War ein Kunde bereits als Kurzzeitpflegegast bei uns und zieht später stationär in eine andere EVIM Einrichtung, „übernimmt“ das neue Haus alle zuvor dokumentierten Daten wie medizinische Diagnosen, Medikamente oder Daten von Angehörigen und Ärzten.  Somit ist die Weiterführung einer qualitativ hochwertigen und bedürfnisorientierten Pflege und Betreuung sichergestellt und ein wichtiger Schritt in Richtung „Ent-Bürokratisierung“ gemacht, da die Daten nicht erneut erfasst werden müssen. Damit sparen wir Zeit, die unseren Kunden, den Bewohnern und ihren Angehörigen, zugute kommt.

Was bedeutet das im Pflegealltag?
A.Kristionat:
Durch das softwaregestützte Pflegemanagement  können sich die Mitarbeitenden in kürzester Zeit und mit wenigen Klicks über alle pflegerischen, medizinischen und sozialen Aspekte eines Kunden aktuell informieren. Uns ist es gelungen, mit einer einheitlichen Pflegefachsprache (ENP®)1) als dem Herzstück des Systems, Fachlichkeit mit einer guten Umsetzbarkeit und einer hohen Akzeptanz unter den Anwendern zu verbinden. Wir sind stolz darauf, hier deutschlandweit in der Altenpflege mit vorn zu liegen.  

Können Sie ein Beispiel nennen?
A.Kristionat:
Das System erleichtert die Kommunikation unter den Pflegenden, aber auch interdisziplinär mit Ärzten und Therapeuten, was Zeit spart, die wir für die individuelle Pflege und Betreuung brauchen. Wenn zum Beispiel moderne Kommunikationsmittel in der Dienstübergabe zum Einsatz kommen, sichert das auch die Qualität unserer Arbeit auf hohem Niveau. Last but not least: Das System ‚lebt‘ durch die Anwender und durch die Rückmeldung an die Entwicklung. Auch dadurch haben wir eine hohe Akzeptanz unter unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern erreicht.

Wie stellen Sie sicher, dass alle die EDV beherrschen – auch neue Mitarbeiter?
A.Kristionat/J. Steffen
: In Multiplikatorenschulungen befähigen wir Mitarbeiterteams aus jeder Einrichtung, ihr Wissen und ihre Kompetenz an ihre Kolleginnen und Kollegen vor Ort weiterzugeben. Damit ist gewährleistet, dass auch neue Mitarbeiter zeitnah und zuverlässig für die EDV fit gemacht werden. Die Anwendung eines modernen Pflegemanagements macht uns übrigens auch attraktiv für den qualifizierten Pflegenachwuchs.

Sind neue Anwendungen oder Kooperationen geplant?
A.Kristionat:
Aktuell wird Schritt für Schritt das Medikamentenmanagement in der EDV umgesetzt. Wir testen es derzeit in zwei Piloteinrichtungen, im Seniorenzentrum Hochheim und im Seniorenzentrum Schwalbach/Sulzbach, bevor es trägerweit eingeführt wird.

Ein Fazit?
A. Kristionat:
Unsere Erfahrungen zeigen, dass wir mit der EDV unsere Fachlichkeit abbilden können. Eine noch so gute Software kann und soll jedoch den Dialog zwischen den Menschen nie ersetzen.

J. Steffen: Die Software ist ein solides „Werkzeug“, das uns ermöglicht, den Zeitaufwand für die gesetzlich geforderte Bürokratie in der Altenhilfe möglichst gering zu halten und gleichzeitig deren Auflagen zu erfüllen. Wir gewinnen damit wertvolle Zeit für die Pflege.

Vielen Dank für das Gespräch!

1)         European Nursing care Pathways

Foto (EVIM): Engagiert für die Umsetzung eines modernen Pflegemanagements: Andrea Kristionat und Jörg Steffen