Altenpflege – welches Szenario bleibt für die Zukunft?

Spiegel online berichtete in einem Beitrag am 21. Januar über drastische Reformvorschläge, die Japans Finanzminister Taro Aso bei einem Treffen des Rates für die Reform der Sozialversicherung geäußert hat: "Gott bewahre, wenn man zum Leben gezwungen ist und sterben will - man kann nicht ruhig schlafen, wenn man daran denkt, dass alles von der Regierung bezahlt wird."

 

Ein Kommentar von Friedhelm Schrey, Geschäftsführer EVIM Gemeinnützige Altenhilfe GmbH:

Spiegel online berichtete in einem Beitrag am 21. Januar über drastische Reformvorschläge, die Japans Finanzminister Taro Aso bei einem Treffen des Rates für die Reform der Sozialversicherung geäußert hat: "Gott bewahre, wenn man zum Leben gezwungen ist und sterben will - man kann nicht ruhig schlafen, wenn man daran denkt, dass alles von der Regierung bezahlt wird."

Da läuft es einem schon kalt den Rücken runter, die Botschaft ist klar, bloß nicht alt und pflegebedürftig werden. Ist es denn bei uns anders, was können wir uns denn in Zukunft in unserem Gesundheitssystem noch leisten? Die Parallelen sind unübersehbar. Fakt ist, der Anteil der über 65- Jährigen in unserer Gesellschaft wächst, der Anteil der Beitragszahler sinkt, die Kosten der Sozialhilfeträger für Pflege sind gestiegen von 2010 bis 2011 um 4,6% (Statistisches Bundesamt) auf 3,1 Milliarden Euro. Die 1,2 Millionen pflegenden Angehörigen sind vielfach überfordert. Die stationäre Pflege wird in Bausch und Bogen an den Pranger gestellt, das Pflegenachhaltigkeitsgesetz ist nicht mehr als ein Facelifting, und über den Pflegekräftemangel können wir fast täglich in den Medien etwas lesen und hören. Viele kluge Köpfe wissen natürlich was anders sein müsste, aber keiner kennt den Weg.

Wir brauchen einen offenen, ehrlichen Austausch und keine Schuldigen. Die unterschiedlichsten Hilfe- und Unterstützungsangebote sind das Maß, nicht die eine Lösung, die Lobbyisten oder Politiker gerade priorisieren. Nicht der Staat trägt für alles die Verantwortung, auch wenn er uns das manchmal vorgaukelt, sondern jeder für sich und sein unmittelbares Umfeld. Wenn wir in einigen Jahren nicht solche Sätze wie von Herrn Taro Aso von unseren Politikern hören wollen, müssen wir uns schnellstens auf den Weg machen.