Surfen und backen im Seniorenzentrum Hochheim

Die Einen können gut surfen, die Anderen garantiert super backen. Die Generationen Enkel und Oma fanden im Internet-Cafè im Evim-Seniorenzentrum Hochheim zusammen. Anlass war selbstverständlich die Adventszeit, die seit Uromas Zeiten genutzt wird, um sich der Plätzchen-Bäckerei  zu widmen.

Die Senioren-Einrichtung hatte dazu ebenso eingeladen, wie das Internet-Café der Nachbarschaftshilfe, das sich gleich neben dem zu bestimmten Zeiten öffentlichen Malzcafè befindet. In der dazu gehörigen Küche ging es hoch her. Da wurde geknetet, gewalzt und ausgestochen, was das Zeug hielt. In der Backröhre herrschte Dauerbetrieb. Blech für Blech mit geformten Teigen wanderte in die Gluthitze, um dann als duftende, warme Leckerei wieder zum Vorschein zu kommen.

Dass sich Jung und Alt hervorragend ergänzten, lag auf der Hand. Während  die Kinder und Jugendlichen in den Weiten des Internets nach den Geheimnissen der Plätzchenbäckerei stöberten, war es die Erfahrung der Back-Omis, die darüber Auskunft gab, ob das eine oder andere Rezept auch wirklich etwas taugte. Wenn es dann ans Formen und Ausstechen ging, war es dann die noch junge Feinmotorik die so mancher zittrigen Hand gut aushelfen konnten.

Viele Jahrzehnte Backerfahrung brachte beispielsweise die 93jährige Frieda Schmidt mit in die Backstube. Sie lugte dem zehnjährigen Bastian über die Schulter, der gerade Uromas Vanille-Kipferl oder aus Großmutters Kochbuch von 1923 das Buttergebäck aufgerufen hatte. Einfach sollten die Rezepte sein, war auch die Devise der 13jährigen Loreen, die gemeinsam mit ihrer zwölfjährigen Freundin Emilia Zitronen- oder Schwarzweiß-Gebäck auf den Seiten von Chefkoch.de in Erwägung zog. Dass gute Zutaten und Geschmacksträger wie Butter Ausschlag gebend für die Qualität von Plätzchen sind, wussten die älteren Semester natürlich aus eigener Erfahrung. Später konnten sie unter Anleitung von Internet-Patin Sigrid Grochutek selbst auf die Suche im weltweiten Netz gehen, um vielleicht ein Rezept zu finden, das selbst ihnen noch nicht bekannt war.

Durch die Teigmassen wühlten sich auch Ulrike Krommenacker und Rita Kranz vom Sozialbüro der Stadt ebenso wie Evim-Einrichtungsleiterin Romina Gabriel, die schon bald bis zu den Ellenbogen bemehlt war. Zur Belohnung für die Generationen übergreifende Bäckerei durften alle ein Päckchen mit den selbst gemachten  Plätzchen mitnehmen. Was übrig blieb, wird die Bewohner des Seniorenzentrums noch ein paar Wochen erfreuen.  

(Bild und Text) Uli von Mengden