Großartig seit 2001 – 25 Jahre Jan-Niemöller-Haus in Schierstein
„Großartig seit 2001“ – dieser charmante Geburtstagsgruß war beim Jubiläumsfest des EVIM Jan-Niemöller-Haus überall zu entdecken. Und großartig war an diesem sonnigen Nachmittag vor allem eines: zu erleben, wie viele Menschen dem Seniorenzentrum am Schiersteiner Hafen seit Jahren verbunden sind.
Vertreterinnen und Vertreter aus dem Stadtteil, von der Erich-Kästner-Schule, der Storchengemeinschaft und dem Schiersteiner Wochenmarkt waren gekommen. Ehrenamtliche, der Einrichtungsbeirat und Bundesministerin a. D. Hannelore Rönsch feierten gemeinsam mit Bewohnerinnen und Bewohnern, Angehörigen und Mitarbeitenden.
Einrichtungsleiter Daniel Eichner und Pflegedienstleiterin Jana Meinke begrüßten die Gäste im festlich geschmückten Garten. Seit dem frühen Morgen hatte das Team ein beeindruckendes Buffet vorbereitet. Für Daniel Eichner ein schöner Anlass, den Mitarbeitenden besonders zu danken: „Sie investieren weit mehr als Arbeitszeit – Sie investieren Ihre Lebenszeit.“ Im Mittelpunkt stünden dabei immer die Menschen, für die das Haus da sei.
Ein Haus, das zu Schierstein gehört
EVIM Vorstand Jörg Wiegand griff das Jubiläumsmotto „Großartig seit 2001“ auf. Vieles habe sich in 25 Jahren verändert, sagte er – dieses Motto passe aber noch immer. Wo einst eine Kaserne der Flusspioniere stand, entstand nach dem Abzug der Bundeswehr ein Zuhause für ältere pflegebedürftige Menschen in besonderer Lage. Wie sehr das Jan-Niemöller-Haus inzwischen in Schierstein verwurzelt ist, zeige gerade diese Geburtstagsfeier.
Eine Wegbegleiterin der ersten Stunde ist Bundesministerin a. D. Hannelore Rönsch. Sie hatte das Vorhaben seinerzeit gemeinsam mit dem damaligen EVIM Vorstand auf den Weg gebracht. „Wir waren unendlich dankbar, dass das geklappt hat“, erinnerte sie sich. Denn ein Seniorenzentrum gab es damals in Schierstein nicht. Bis heute engagiert sie sich für das Haus und hat mit Spenden- und Förderaktivitäten vieles ermöglicht. Zugleich legte sie den Angehörigen ans Herz, die anspruchsvolle Arbeit der Pflege wertzuschätzen. “Man bleibt immer Kind und Eltern.”
Wie eng das Haus mit seinem Umfeld verbunden ist, brachte Hubertus Kraner von der Storchengemeinschaft auf den Punkt: „Das Jan-Niemöller-Haus und die Störche, das gehört einfach zusammen.“ Vorträge, Ausflüge und viele gemeinsame Aktivitäten prägen die Partnerschaft – und längst haben die Schiersteiner Störche auch symbolisch ihren Platz im Haus gefunden.
Auch die Kooperation mit der benachbarten Erich-Kästner-Schule ist zu einer festen Größe geworden. Schulleiter Dirk Mlaka würdigte die seit fünf Jahren bestehende Zusammenarbeit. Jugendliche könnten hier etwas lernen, das in keinem Lehrbuch stehe: älteren Menschen zuzuhören, auf ihre Bedürfnisse zu achten und sich Zeit füreinander zu nehmen. Als Geburtstagsgeschenk gab es selbst erzeugten Schulhonig.
Volker Birk überbrachte die Glückwünsche des Ortsrings. Auch die Vertreterinnen des Schiersteiner Wochenmarktes vom benachbarten Hans-Römer-Platz gratulierten. Das unkomplizierte Miteinander und die gegenseitige Unterstützung seien eine „tolle Geschichte“: „Wir sind froh, dass wir diese Zusammenarbeit haben.“
Verbunden über viele Jahre
Was ein wohnortnahes Seniorenzentrum für Familien bedeuten kann, erzählt die Geschichte von Herrn Schmitt. Seit sieben Jahren lebt seine Frau im Jan-Niemöller-Haus. Den gemeinsamen Ruhestand hatten beide anders geplant. Nach einem Schicksalsschlag war die Betreuung zu Hause jedoch nicht mehr möglich. Die Nähe des Hauses ist für ihn deshalb besonders wichtig: Er besucht seine Frau regelmäßig und unternimmt mit ihr Spaziergänge im Rollstuhl. Beim Geburtstagsfest genossen beide sichtlich den gemeinsamen Nachmittag.
Besondere Anerkennung galt auch zwei Mitarbeitenden, die seit der Eröffnung zum Haus gehören: Bärbel Diefenbach und Günter Scholtz. Bärbel Diefenbach begann als Schülerin, absolvierte ihre Fachkraftausbildung, qualifizierte sich weiter und übernahm verschiedene Leitungsaufgaben. Heute arbeitet sie im Sozialen Dienst. Günter Scholtz blickt sogar auf 46 Jahre in der Pflege zurück und wird im kommenden Jahr in den Ruhestand verabschiedet.
Herzlich gedankt wurde zudem Jochem Creutzer, der sich 16 Jahre ehrenamtlich im Einrichtungsbeirat engagierte und dessen Vorsitzender war. Manfred Beitz wiederum schenkt als Ehrenamtlicher Bewohnerinnen und Bewohnern seit zehn Jahren mit Fahrten in der beliebten Fahrradrikscha besondere Ausflüge.
Und ein Geburtstag wäre kein Geburtstag ohne Musik und Überraschungen: Rick Cheyenne, dem das Haus besonders ans Herz gewachsen ist, sorgte für Schwung. Zwei Clowns, die seit Jahren regelmäßig die Wohnbereiche besuchen, brachten ihre ganz eigene Portion Fröhlichkeit mit. Die Jüngsten aus dem Kindergarten Känguru schauten vorbei, und die Tanzgruppe der TG Schierstein begeisterte das Publikum. (hk)