Schön, dass du da bist!

Mit einer liebevoll gestalteten Willkommensfeier hat die Schule am Geisberg am Standort Wiesbaden ihre neuen Erstklässler begrüßt. Ein erster Schultag, bei dem es vor allem um eines ging: Mut zu machen für das, was beginnt.

„Schön, dass du da bist!“ steht in großen bunten Buchstaben auf dem Bildschirm in der Aula. Und eigentlich könnte dieser Satz über der ganzen kleinen Feier stehen. Sieben Kinder beginnen in diesem Schuljahr ihre Schulzeit an der Schule am Geisberg in Wiesbaden. Fünf von ihnen sind an diesem Vormittag mit ihren Familien dabei. Und haben Schulranzen, Schultüten und vermutlich auch ziemlich viel Aufregung im Gepäck.

Denn ein Schulanfang ist etwas Besonderes und immer auch mit Fragen verbunden: Wie wird es sein? Sind die anderen Kinder nett? Was passiert, wenn mir etwas schwerfällt? Lehrerin Sandra Evers spricht genau diese Gedanken an. Warmherzig und ohne große Worte versichert sie den Kindern: „Wir schauen, dass es euch gut geht. Gemeinsam schaffen wir das.“ Lernen, erklärt sie, bedeute schließlich weit mehr als Mathe und Deutsch. Zuhören gehört dazu. Mit Wut umgehen zu lernen. Oder sich nach einem Streit zu entschuldigen – „und das ist wirklich nicht so einfach.“

Lernen darf in kleinen Schritten wachsen

Was an diesem Vormittag so selbstverständlich und herzlich klingt, beschreibt zugleich viel von der pädagogischen Haltung der Schule am Geisberg. Kinder werden hier entsprechend ihrer individuellen Entwicklung begleitet. In kleinen Lerngruppen und mit möglichst verlässlichen Bezugspersonen können Anforderungen angepasst und Lernwege Schritt für Schritt gestaltet werden. Neben schulischem Wissen geht es darum, Sicherheit zu gewinnen, soziale Fähigkeiten zu entwickeln und wieder Freude am Lernen zu erleben.

Auch Annette Wurster, Schulleiterin am Standort Wiesbaden, heißt die Kinder an diesem „besonderen Tag, an einer besonderen Schule und an einem besonderen Ort“ willkommen. Und sie hat selbst eine Schultüte dabei. Darin stecken keine Süßigkeiten, sondern kleine Symbole für das, was sie den Kindern wünscht: ein Luftballon für Leichtigkeit und Freude, ein buntes A für all das Neue, das es zu entdecken und zu lernen gibt, und ein Teddybär für gute Begleitung. Weil auch künftig nicht jeder Tag gleich gut sein wird, trägt der Teddy vorsorglich ein Päckchen Taschentücher unter dem Arm. 

Die richtigen Schultüten der Kinder können da durchaus mithalten. Ein Vater hat selbst zu Pinsel und Farbe gegriffen, weil die zum Schulranzen passende Variante ausverkauft war. Ein anderes Kind hat beim Bekleben seiner Tüte kräftig mitgeholfen. Und für einen kleinen „Cars“-Fan haben Mama und Tante gemeinsam ein ganz persönliches Exemplar gebastelt.

Von Engeln, die manchmal ganz menschlich aussehen

Musik gehört ebenfalls zu dieser Feier. Simon Duwensee an der Gitarre und Christoph Hammann an der Querflöte begleiten die Lieder. Und, als „Viel Glück und viel Segen“ verklungen ist, bemerkt EVIM Vorstandsvorsitzender Pfarrer Matthias Loyal schmunzelnd, dass dies ja eigentlich ein Geburtstagslied sei. Prompt stellt sich heraus: Unter den Gästen ist tatsächlich ein Geburtstagskind, was für große Heiterkeit in der Aula sorgte.

In seiner kurzen Andacht greift Matthias Loyal die Hoffnungen und Unsicherheiten auf, die einen solchen neuen Lebensabschnitt begleiten können. Jeder Mensch sei einzigartig, gibt er den Kindern mit auf den Weg. Und jeder habe einen Schutzengel. Solche Engel habe er tatsächlich schon gesehen: Es sind Menschen, die da sind, wenn es schwierig wird, die helfen und beistehen. Und jeder könne selbst für einen anderen Menschen ein solcher Engel sein. Passend dazu bekommen die Erstklässler einen kleinen reflektierenden Schutzengel für ihren Schulranzen – als Begleiter, der sogar auf dem Schulweg im Dunkeln leuchtet. Mit einem persönlichen Segen für die Kinder endet die Andacht.

Dann kommt der Moment: Die neuen Schüler gehen mit ihren Lehrerinnen in den Klassenraum zur ersten gemeinsamen Schulstunde. Für die Familien bleiben Kaffee, Kuchen und ein wenig Zeit zum Durchatmen.

Lehrer Simon Duwensee findet es wertvoll, dass den Kindern die christliche Begleitung mit auf den Weg gegeben werde: „Ich finde es wichtig, dass der Glaube gelebt wird“, sagt der Lehrer und bezieht sich auch auf das Leitbild des Vereins. Die traditionelle Willkommensfeier zum Schulbeginn habe seit drei Jahren in Verbindung mit einer kleinen Andacht nun auch einen „offiziellen Charakter“ bekommen, freut sich auch Annette Wurster. Diese Tradition wolle man beibehalten. (hk)