Wo alles begann, kommt heute alles zusammen
Am historischen EVIM-Standort Ludwig-Eibach-Haus wurde erstmals gemeinsam gefeiert: Beim Sommerfest unter dem Motto: „GemeinsamEins“ kamen Bewohnerinnen und Bewohner, Klientinnen und Klienten, Jugendliche, Angehörige und Mitarbeitende aus Altenhilfe, Jugendhilfe, Teilhabe und Bildung zusammen. Dort, wo vor 175 Jahren die Geschichte von EVIM sichtbar begann, wurde ein Standort erlebbar, an dem heute alle vier Arbeitsfelder vertreten sind.
„Dieses Fest zeigt, was EVIM ausmacht: Menschen unterschiedlichen Alters und mit ganz verschiedenen Lebensgeschichten kommen zusammen, begegnen sich und gestalten Gemeinschaft“, sagte EVIM-Vorstandsvorsitzender Matthias Loyal.
Mit einem Augenzwinkern sprach er von „Mini-EVIM auf dem Hügel“. Während er selbst mit seinem Vorstandskollegen „aus dem Tal“ gekommen sei, vereine der Standort über dem Tennelbachtal heute die ganze Bandbreite der EVIM-Angebote. Bei Tanja Salder, Einrichtungsleiterin im Ludwig-Eibach-Haus, liefen viele organisatorische Fäden zusammen. Gemeinsam mit dem Team aus allen Bereichen gelang es bei schweißtreibenden Temperaturen, ein Fest auf die Beine zu stellen, bei dem sich die Gäste bestens versorgt und rundum wohl fühlen konnten.
Vielfalt entdecken
Infostände und eine tolle Mitmachaktion boten Einblicke in die Arbeit der verschiedenen Bereiche. Eine Mitarbeiterin der Bildung sagte: „Ich bin erst seit einem Monat bei der Kita für Kinder beruflich Reisender und wusste gar nicht, dass hier sogar drei Wohngruppen für Jugendliche sind. Schön, dass ich das durch das Fest erleben kann.“ Eine Bewohnerin aus dem ServiceWohnen brachte es noch kürzer auf den Punkt: „Endlich erfährt man mal, was hier alles los ist.“
Aus vielen Teilen entsteht ein Wir
Ein Blickfang des Festes war die Kreativaktion von Zoe Kunz aus der Jugendhilfe. Rund um die EVIM-Hände gestalteten die Gäste kleine Holzquadrate in den Farben der vier Arbeitsfelder. Aus den vielen Einzelteilen entstand ein gemeinsames Kunstwerk – Sinnbild für das Miteinander am Standort. Das Bild wird künftig durch die Einrichtungen wandern und an den ersten festlichen „GemeinsamEins“-Nachmittag erinnern.
„Viele Menschen leben oder arbeiten hier Tür an Tür. Das Fest schafft die Gelegenheit, sich zu begegnen und voneinander zu erfahren“, sagte Peter Kiel, Einrichtungsleiter in der Altenhilfe.
Musik, Engagement und gute Gespräche
Trotz hochsommerlicher Temperaturen füllte sich der schattige Gartenpark schnell. Für die musikalische Begleitung sorgte Rick Cheyenne aus dem Rheingau, der mit seiner Musik Menschen aller Generationen erreichte.
Großen Anteil am Gelingen des Festes hatten die betreuten Jugendlichen aus der Jugendhilfe. Sehr beliebt war das von ihnen zubereitete Essen. Der 17-jährige Sahyd servierte gemeinsam mit anderen Jugendlichen das afghanische Nationalgericht Qabuli Palaw – Lammfleisch mit Reis und traditionellen Gewürzen. Wie das Rezept genau funktioniert, wollte er dann doch als sein Geheimnis behalten, wie er mit einem Augenzwinkern sagte. Und, als Team am Grill, gaben die jungen Leute einfach alles für das leibliche Wohl der Gäste.
Dass die Verbindung der Generationen am Standort längst gelebt wird, zeigte auch Mansoor. Der Neuntklässler absolvierte bereits ein Praktikum im Ludwig-Eibach-Haus, begleitete Bewohnerinnen und Bewohner bei Spaziergängen und unterstützte sie bei den Mahlzeiten. Später möchte er Notfallsanitäter werden.
Rick Cheyenne würdigte das Engagement der Jugendlichen ausdrücklich: „Es ist beeindruckend zu sehen, wie viele junge Menschen heute mithelfen und dabei sind.“
Gelungener Auftakt mit Perspektive
Zwischen Musik, Gesprächen und vielen Begegnungen wurde deutlich, welches Potenzial in einem gemeinsamen Standortfest steckt. „Man muss auch an die Leute denken, die das alles hier auf die Beine gestellt haben“, sagte eine Besucherin aus dem ServiceWohnen. „Das wollen wir doch würdigen und zum Fest gehen.“
Die positive Resonanz macht Mut für die Zukunft. Perspektivisch könnte das Fest auch für die Nachbarschaft im Quartier geöffnet werden.
Der erste Schritt ist gemacht – und er zeigt, wie viel entstehen kann, wenn Menschen miteinander statt nebeneinander leben, arbeiten und feiern. (hk)