Spatenstich für neue Kita in Wiesbaden-Dotzheim
Mit einem feierlichen Spatenstich wurde am Freitag der Bau einer neuen Kindertagesstätte in Trägerschaft der EVIM gGmbH Bildung in Wiesbaden-Dotzheim gestartet. Auf dem Gelände der Evangelischen Dreikönigsgemeinde entsteht eine Einrichtung mit fünf Gruppen für insgesamt 50 Kinder im Alter von ein bis drei Jahren. Die neue Kita wird insbesondere Familien aus den Wohngebieten Freudenberg und Schierstein-Nord zugutekommen und dringend benötigte Betreuungsplätze im Krippenbereich schaffen.
Das Investitionsvolumen beträgt 6,3 Millionen Euro und wird über einen investiven Zuschuss aus dem städtischen Ausbauprogramm Kindertagesstätten finanziert. Bauherr ist EVIM auf einem rund 1.550 Quadratmeter großen Erbpachtgrundstück der Kirchengemeinde.
Zum Spatenstich begrüßte Jörg Wiegand, Kaufmännischer Vorstand von EVIM, zahlreiche Gäste aus Politik, Kirche und Gesellschaft – darunter die Wiesbadener Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher, Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Wiesbaden, der Kirchengemeinde, die Geschäftsführung und Fachabteilungen von EVIM, Mitglieder des Verwaltungsrates und das Architekturbüro Wellnitz + Partner Architekten BDA.
Inklusion als gelebte Praxis
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist die bei EVIM gelebte Praxis eines inklusiven Miteinanders, das auch in der neuen Einrichtung selbstverständlich sein wird. Ehrengast Gerhardt Grau, ehemaliger Gemeindepfarrer und Mitglied von EVIM betonte die besondere Bedeutung dieses Ansatzes. Der 90-Jährige hatte sich bereits lange vor Baubeginn für die Entwicklung des Grundstücks eingesetzt. „Dass hier ein Kindergarten entsteht, der auch Kindern mit Behinderungen offensteht, ist für mich eine sehr große Freude“, sagte Gerhardt Grau. Die Entwicklung des Grundstücks sei damals ein wichtiger Schritt gewesen – umso mehr freue es ihn, dass diese Idee nun Wirklichkeit werde. Auch aus seiner langjährigen Arbeit mit Menschen mit Behinderungen habe er erfahren, wie wertvoll inklusive Begegnungen seien. Die neue Kita knüpfe genau daran an.
Ausbau dringend benötigter Plätze
Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher hob die Bedeutung der Kindertagesstätten für die Stadt hervor: „Kinder werden in Wiesbaden nicht nur betreut, sondern vor allem darin gestärkt, zuversichtlich ins Leben zu gehen.“ Inklusion sei dabei ein selbstverständlicher Bestandteil moderner pädagogischer Arbeit – und werde bei EVIM und in vielen anderen Einrichtungen der Stadt bereits erfolgreich umgesetzt. „Wir freuen uns, dass wir hier mit EVIM gemeinsam die Entwicklung weiter voranbringen werden“, so die Sozialdezernentin.
In Wiesbaden stehen aktuell 329 Betreuungsplätze im Krippen- und Elementarbereich in Trägerschaft von EVIM Bildung zur Verfügung. Dennoch besteht weiterhin ein hoher Bedarf an zusätzlichen Angeboten. In Dotzheim sind derzeit etwa 30 Prozent der benötigten Krippenplätze und rund 89 Prozent der Elementarplätze abgedeckt. „Der Ausbau ist dringend nötig“, betonte Becher. Darüber hinaus verwies sie auf beispielhafte Projekte wie „Viele Perspektiven – ein Team, eine Kita“, bei dem EVIM ein wichtiger Partner sei und die Weiterentwicklung der pädagogischen Arbeit in Wiesbaden unterstütze.
Gute Zusammenarbeit von Kirche und Diakonie
Jörg Wiegand erinnerte daran, dass die Initiative für den Kita-Neubau aus dem Vorstand von EVIM hervorgegangen sei. Die Idee sei von der Kirchengemeinde sehr offen aufgenommen worden. „Das ist ein gelungenes Beispiel für die enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen Kirche und Diakonie“, so Jörg Wiegand. Von der ersten Idee bis zum Baubeginn seien rund fünfeinhalb Jahre vergangen – ein Zeitraum, der für ein Projekt dieser Größenordnung durchaus üblich sei. Die Baugenehmigung wurde im Dezember 2025 erteilt. Der Kaufmännische Vorstand dankte der Stadt Wiesbaden und der Kirchengemeinde für das entgegengebrachte Vertrauen sowie dem Architekturbüro für den gelungenen Entwurf.
Würdigung aus Ortsbeirat und Kirchengemeinde
Auch auf kommunaler Ebene wird das Projekt ausdrücklich begrüßt. Andreas Rech, stellvertretender Ortsvorsteher, sprach von einem „besonderen Ereignis in Zeiten knapper Kassen“. Es sei ein wichtiges Signal, dass in Dotzheim weiterhin gezielt in soziale Infrastruktur investiert werde. „Wir befürworten das ausdrücklich“, betonte Rech. Für die Evangelische Dreikönigsgemeinde unterstrich Andreas Reinemer das gemeinsame Anliegen von Kirche und Diakonie: Ziel sei es, Grundlagen für ein selbstbestimmtes Leben zu schaffen und ein Miteinander zu fördern, das von Zugewandtheit und Respekt geprägt ist. Die neue Kita sei ein konkreter Ausdruck dieses christlichen Menschenbildes.
Ausblick
Mit dem Neubau setzt EVIM ein weiteres Zeichen für den Ausbau einer bedarfsgerechten und inklusiven Kinderbetreuung in Wiesbaden. Der Bau der neuen Einrichtung im Auftrag der Stadt Wiesbaden wird nicht nur zusätzliche Plätze schaffen, sondern auch ein Ort sein, an dem Vielfalt selbstverständlich gelebt wird. Nach dem Spatenstich nutzten die Gäste den sonnigen Frühlingstag für Gespräche und Austausch – begleitet von einem leckeren Catering der EVIM ServiceKüche im Grünen. (hk)