Klienten und Kita-Kinder stimmen die Besucher auf die Adventsfeier ein. Helen Schulschenk (2.v.l.) hat das Herzensprojekt auf die Beine gestellt.

Gemeinsam feiern, gemeinsam wachsen – Adventsfreude auf dem Schlockerhof in Hattersheim

EVIM wächst weiter zusammen. Das zeigte sich auch bei stimmungsvollen Festen wie dem Adventsmarkt auf dem Schlockerhof in Hattersheim. Hier wurde am Wochenende vor Weihnachten eine Bühnenpremiere und ein Comeback für „Alte Bekannte“ begeistert gefeiert. Bestaunt wurde auch ein ganz neues Angebot im Bildungsbereich.

Ein Herzensprojekt findet seine Stimme: Der Inklusions-Chor

Helen Schulschenk ist noch nicht lange bei EVIM und hat bereits zwei ganz tolle Projekte auf die Beine gestellt. Die charmante junge Frau studiert soziale Arbeit und absolviert seit September ein Praxissemester in der Werkstatt an der Dürerstraße. Die musisch begabte Studentin traf mit ihrer Idee, einen Inklusions-Chor zu gründen, auf offene Ohren und Herzen in der benachbarten EVIM Kita und am Schlockerhof. Seit Oktober kommen sechs der Jüngsten bei EVIM und sangesfreudige Klient:innen einmal pro Woche in der Kita zusammen, um gemeinsam zu proben. „Anfangs waren die Kinder noch etwas schüchtern, aber das hat sich schon nach kurzer Zeit gelegt“, strahlt die Chorleiterin, die privat als Sängerin unter anderem bei Hochzeiten und Firmenevents auftritt. Dazu trugen auch die begleiteten Besuche mit jeweils einem Chormitglied aus dem Schlockerhof in der Kita bei, um sich miteinander vertraut zu machen. Mit altbekannten Weihnachtsliedern wie „Kling Glöckchen“ und „Leise rieselt der Schnee“ stimmte der neue Chor bei EVIM die zahlreichen Besucher auf die Adventsfeier ein, die zum zweiten Mal in diesem Format stattfand. 

Schlocker-Tigers feiern Comeback

Dieses Projekt ist jedoch nicht das einzige „Herzensprojekt“ von Helen Schulschenk. Ihre mitreißende Energie motivierte auch die Schlocker-Tigers, wieder zu proben. Die Gruppe, die es seit nunmehr Jahrzehnten am Schlockerhof gibt, tanzte sich mit ihrem Showprogramm erneut in die Herzen der Besucher und ihr Können wurde mit tosendem Beifall belohnt. Simon Giller, pädagogischer Werkstattleiter, würdigte diese und weitere kreative Impulse und den Einsatz der Mitarbeitenden, die zum Gelingen dieser schönen Adventsfeier für Angehörige und Klienten beitrugen.

Zukunft zum Anfassen: 3D-Druck im Bildungsbereich LEO

Einblicke in die kreativen Angebote im Bildungsbereich - bekannt unter dem Namen LEO (Lernen, Erleben, Orientieren) – bekamen die Besucher an den einzelnen Ständen, darunter eine 3D-Druck-Werkstatt, die mit selbst hergestellter weihnachtlicher Deko zahlreiche Käuferinnen und Käufer fand. In der Werkstatt konnte man auch einen 3D-Drucker in der Praxis bestaunen, der einen großen Schneekristall herstellte. Das neue Angebot geht auf die Initiative von Mathia Denis, Fachkraft für Arbeits- und Berufsförderung zurück, der sich privat mit 3D-Druck beschäftigt. Begeistert von der Idee, diese zukunftsweisende Technik im Bildungsbereich anzubieten, war auch die Leitung. Gemeinsam wurden ein Konzept entwickelt, Drucker, Computer und Software angeschafft. Im Sommer startete der Einführungskurs mit acht Teilnehmenden, darunter Tilo Franzen. Begeistert erzählt er von den tollen Anwendungsmöglichkeiten im 3D-Druck: „Es gibt praktisch nichts, was man nicht drucken könnte.“ Mit Unterstützung des Leiters konnte er beispielsweise ein Bauteil herstellen, das dem Klienten zu Hause den Alltag erleichtert. Tilo Franzen will unbedingt den Aufbaukurs belegen. Fachmännisch erklärt er den Besuchern, wie 3D-Druck funktioniert und welches Material für welche Produkte geeignet ist. Die Weihnachts-Deko auf Milchsäure- und Maisstärkebasis ist biologisch abbaubar, erläutert der Fachmann. Das Interesse der Klienten an diesem Angebot sei groß, bestätigt Mathia Denis. Daher ist ein zweiter Kurs im neuen Jahr geplant. 

Feuerschalen, Waffelduft und Weihnachts-Disco

Ganz traditionell ging es am benachbarten Stand der Kreativ- und Papierwerkstatt zu. Dort konnten süße Kekshäuschen mit bunter Deko verziert werden. Die Tagesstätte bot farbenfrohe Wachskerzen zum Verkauf an. In der Gärtnerei duftete es adventlich. Der Weihnachtsbaum war prächtig geschmückt und wurde von vielen Gästen bewundert, die sich bei Punsch und Plätzchen zum Erzählen trafen. Im Hauptgebäude zog der süße Duft von frischen Waffeln Besucher magisch an. Aber auch auf dem Hof konnte man bei angenehmen Temperaturen an den Feuerschalen Platz nehmen und Gegrilltes genießen. Und, eine Weihnachts-Disco durfte nach den Erfahrungen aus dem Vorjahr auf keinen Fall fehlen, wie Bernhard Schmauch, stellvertretender Werkstattleiter verriet. Im Keller wurde bei heißen Rhythmen und mit dem „Weihnachts-DJ“ stimmungsvoll das vierte Adventswochenende eingeläutet. (hk)